Die Daunenjacke Sling Shot von Marmot im Test

marmot_sling_shotPünktlich mit dem ersten Schnee kam ein Päckchen der Bergfreunde ins Haus geschneit und brachte die Daunenjacke Sling Shot von Marmot in der Frabe Glacier grey/ grapejuice. Ein fettes Teil für richtig kalte Tage. Für bergfreunde.de haben wir die Jacke genauer unter die Lupe genommen...

 

 

 


 

Die Jacke...

Die Sling Shot ist aus extrem wasser- und schmutzabweisendem, atmungsaktivem Material gefertigt, welches sich Marmot MemBrain nennt. Für optimalen Nässeschutz sind auch sämtliche Reißverschlüsse an der Außenseite voll plastifiziert. Schultern und Ellenbogen sind zusätzlich mit Aufnähern verstärkt, die vor Abrieb schützen sollen. Gefüllt ist die Jacke mit einer 650er Füllmenge Gänsedaunen.

Die Kapuze ist ebenfalls mit Daunen befüllt und kann mittels Zipverschluss abgenommen werden. Vorne ist ein lamellierter Schirm eingebaut. Für optimalen Sitz lässt sie sich hinten durch eine Kordel enger stellen.

Der Kragen schließt relativ hoch und ist innen mit Fleece ausgenäht. Weitere Fleeceeinsätze gibts an den Ärmelbünden. Dort sind zusätzlich Klettverschlüsse angebracht, damit die Ärmel am Puls enger gezogen werden können. Auch unten kann die Jacke mittels Kordel reguliert werden. Damit bei Stürzen kein Schnee unter die Jacke kommt, hat die Sling Shot innen zusätzlich noch einen abnehmbaren Schneefang.

An der Jacke gibts mehrere Taschen: außen zwei große mit Fleece ausgenähte Handwärmetaschen sowie eine Brusttasche, alle mit Reißverschluss, innen ebenfalls eine größere Seitentasche mit Reißverschluss sowie eine geräumige Mesh Tasche.

Die Sling Shot kann bei 40° gewaschen werden.

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Kapuze mit Schirm und Kragen mit Fleeceeinsatz Ärmel mit Verstärkung, Fleece und Klettverschluss

 

... im Test

Die Passform ist für mich optimal. Während ich für gewöhnlich in dickeren Daunenjacken regelrecht versinke und als kugeliges Etwas durch die Gegend rolle, sieht die Sling Shot auch an kleineren Menschen durchaus ansehnlich aus. Die Größen sind dabei eher knapp gehalten. XS, sonst meine normale Größe, ist gerade noch an der Grenze, besonders was die Länge der Ärmel betrifft. Für kuschelige Wärme unterm Boulderblock wäre eine Nummer größer sicher angenehmer.

Das Design der Sling Shot ist vielleicht nicht Jederfraus Sache. An den grapefruitfarbenen Verstärkungen an Ellenbogen und Schultern scheiden sich die Geschmäcker. Ich persönlich finde sie recht peppig, außerdem sieht sie auch im täglichen Gebrauch zur Jean gut aus. Wems zu bunt ist, es gibt die Jacke unter anderem auch einfarbig in schwarz (mit pinkem Reißverschluss).

Die 650er Daunenfüllung (laut Marmot von freilaufenden Gänsen, keine Lebendrupfung!) hält absolut warm, da kommt kein Windhauch durch. Habe die Jacke u.a. bei -10° C getestet. Sogar da bleibt die Wärme im Inneren noch gut gespeichert. Dass mir dann trotzdem kalt wurde, lag jedenfalls nicht an der Sling Shot.

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 Die wasserfeste Marmot MemBrain

Die Marmot MemBrain macht die Jacke extrem wasserabweisend.  Auch intensiver Schneefall und leichter Regen konnten ihr bisher nichts anhaben, selbst unterm Wasserhahn perlte das Wasser noch schön ab. Feuchtigkeit könnte höchstens durch die abgesteppten Nähte eindringen, was bis jetzt aber noch nicht der Fall war. Dafür werden Schweiß und Dampf dank atmungsaktiver Membran gut nach außen abgeleitet, sodass man innen schön trocken bleibt. Außerdem hält das Material auch belastungsmäßig einiges aus. Streift man mal am Felsen, hinterlässt das keine Spuren. Meine Bedenken wegen der weißen Farbe – die Jacke wird bei Outdoor-Aktivitäten ja oft nicht zimperlich behandelt – erwiesen sich als unbegründet. Nach drei Wochen ist sie immer noch blitzeweiß. An der Marmot MemBrain bleibt Schmutz nur schwer haften, höchstens die Verstärkungen sind dafür etwas anfälliger.

Die robuste Marmot MemBrain hat aber auch ihre Nachteile. Die Jacke ist mit 876 g relativ schwer, kann nicht klein verstaut werden und nimmt im Gepäck ordentlich Platz ein. Damit ist sie für längere Wander- oder Schitouren oder auch für Mehrseillängen nur bedingt geeignet. Außerdem fühlt sie sich im ersten Moment etwas unhandlich und ruppig an. Man kommt sich eingepackt vor, ohne dass jedoch das kuschelige Daunenjackenfeeling so recht aufkommen will.

Dabei ist man bewegungstechnisch durch die MemBrain aber keinesfalls eingeschränkt. Den in der Produktbeschreibung erwähnten Angel Wings Zwickeleinsatz unter den Ärmeln konnte ich zwar nicht entdecken, die Jacke lässt aber ohne Probleme  Armbewegungen in jede Richtung zu und bleibt auch bei nach oben gestreckten Armen und unten zugezogenem Bündchen weitestgehend an ihrem Platz, rutscht also nicht hoch. Bauch und Nieren sind dadurch immer schön geschützt und man muss nicht ständig an der Jacke herumziehen.

Die mit Fleece ausgenähten Handwärmetaschen sind sehr geräumig und halten die Hände schön warm. Falls die Hände mal nicht in den Taschen sind, verhindert der Reißverschluss, dass die Kälte durch die Taschen bis ins Innere der Jacke vordringt.

Wie bereits erwähnt, sind außen sämtliche Reißverschlüsse für optimalen Nässeschutz voll plastifiziert. Da sie relativ großzackig sind, wirken sie vielleicht etwas billig, erfüllen aber bestens ihren Zweck und haken nicht.

Die Kapuze ist schön warm mit Daunen wattiert, könnte für mich aber etwas größer sein. Mit Mütze oder zum Zopf gebundenen Haaren reicht sie leider nur noch knapp über den Kopf. Helfe ich mit der eingezogenen Kordel nach, sitzt sie immerhin einigermaßen stabil und rutscht bei Wind nicht nach hinten. Man kann dann auch den Kopf seitlich drehen, ohne dass man dabei nur in die Kapuze schaut. Der eingearbeitete lamellierte Schirm gegen Schneegestöber ist zwar grundsätzlich ein tolles Feature, bringt mir aber leider wenig, weil er durch die relativ knappe Kapuze dann doch zu weit hinten sitzt um wirklich zu schützen.

Ein Highlight der Jacke ist für mich der Kragen. Er schließt schön hoch und ist innen mit kuscheligem Fleece ausgenäht. Auch der Reisverschluss wird davon abgedeckt. Wo sonst kaltes Plastik an Hals und Kinn schabt, wird man hier von feinem, warmhaltendem Fleece umschlossen. Das steigert das Wärmegefühl enorm.

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Die Sling Shot im Schnee

Fazit

Robuste Daunenjacke, die mit enormer Wasserundurchlässigkeit punktet und vielseitig einsetzbar ist, solange es nicht auf Gewicht und Packmaß ankommt. Ob in der Stadt oder unterm Boulderblock, sie hält kuschelig warm und sieht dabei auch noch gut aus.

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