Das Ocun Crashpad Paddy Dominator im Test

ocun_test_matteAuf unseren Korsika Trip im September 2011 (Bericht folgt im Oktober) hat uns das Team von bergfreunde.de das Ocun Crashpad Paddy Dominator zum Testen mitgegeben. Ein dickes aber doch handliches Teil, das sich problemlos in unserem kleinen Fiat Punto verstauen ließ und dabei auch noch Platz für unsere Mondo und den restlichen Urlaubskram ließ. Dort haben wir dann auch fleißig getestet und untenstehend nun unsere Meinung zum Pad...

 

 


 

ocun_test_1Der Dominator von Ocun kommt sehr stylisch und fotogen in einem knalligen Gelb-Orange mit Reißverschlusssystem (dank dem man alles Mögliche sicher im Pad verstauen kann) und einem serienmäßig integrierten Fußabstreifer, einer sehr praktischen Einrichtung von Ocun.

Im geschlossenen Zustand hat das Pad die Maße 66 x 100 x 12,5 cm und wiegt 6,8 kg, die man am Rücken aber kaum spürt. Die Tragekonstruktion ist zwar etwas einfach ausgefallen, erfüllt aber ihren Zweck. Die Riemen sind nur spärlich bis gar nicht gepolstert, die Schulterträger kann man dafür aber abnehmen. Brustgurt gibt es keinen, dafür aber einen Hüftgurt, der durchaus einen Großteil des Gewichtes abnimmt. Durch seine kleinere Größe im Verhältnis zu ähnlich dicken Crashpads kann man die Dominator recht handlich durch den Wald navigieren, ohne übermäßig anzuecken.

Negativ fallen uns die Verschluss- und Befestigungselemente der Tragekonstruktion auf. Sie bestehen leider nur aus Hartplastik, welches bei Belastung auf steinigem Untergrund sicher nicht ewig hält. Schade dass Ocun hier gespart hat.

Supergenial ist das auf den ersten Blick gut verarbeitete Reißverschlusssystem, mit dem man die Matte je nach Belieben der Breite oder auch der Länge nach zusammenzippen kann, ganz wie‘s grad gebraucht wird. Besonders praktisch ist das für Traversen und mit einer Länge von zwei Metern ist sie in der Längsvariante auch als Bett zu verwenden – theoretisch, denn im Neuzustand ist das Pad doch etwas hart. Schuld daran sind drei Lagen stabiler Schaumstoff (5+5+2,5cm) von denen die dünnste Lage an der Aufprallseite die härteste ist. Auch bei Stürzen aus geringer Höhe merkt man kaum, ob man nun am Boden oder am Pad gelandet ist. Bei Stürzen aus größerer Höhe ist man dann aber doch froh, guten Schaumstoff unter sich zu haben und nicht bis zum Boden durchzuschlagen. Im Testzeitraum hat sich der Härtegrad nicht wirklich verringert, aber bis jetzt hat noch jede Matte irgendwann nachgegeben :-)

ocun_test_ 2Leider können die zwei Hälften durch das Reißverschlusssystem nicht vollständig voneinander getrennt werden. Schade, denn im Einsatz als Zweitmatte wären zwei kleine Pads besonders im verblockten Gelände zum Ausfüllen von Lücken oft recht praktisch. Ein weiteres Manko ist das Fehlen einer Möglichkeit, die beiden Hälften im aufgeklappten Zustand sicher miteinander zu verbinden. Dadurch ist leider die Gefahr vorhanden, dass die Matte beim Aufprall zusammenklappt bzw. dass man an der Lücke unterhalb des Reißverschlusses durchschlägt. Und falls der Zip kaputtgeht, ist das Pad wohl sowieso nur mehr bedingt brauchbar.

Der Dominator ist in eine Schutzhülle aus robustem Cordura gehüllt und an der Außenseite mit strapazierfähigem, abwaschbarem, wasserdichtem und schmutzabweisendem Plastik namens Taupalin verstärkt – ähnlich dem Material von LKW-Planen. Die Außenseite lässt sich aufgrund der glatten Oberfläche sehr einfach reinigen, was sich besonders bei feuchtem, schlammigem Untergrund bewährt hat. Pad und Auto bleiben so immer schön sauber. Wir hätten eigentlich vermutet, dass aufgrund der glatten Hülle das Pad im unebenen Gelände etwas ungern an seinem Platz bleiben würde, die Befürchtung hat sich aber in der Testphase nicht bestätigt, auch wenn wir diesbezüglich auch anderes gehört haben.

Fazit:

ocun_test_3Der Name Dominator ist vielleicht etwas hoch gegriffen. In der Liga der fetten Matten kann das Pad zwar gut mithalten, scheitert aber schlussendlich an der geringeren Größe (66 x 200 cm) gegenüber der Konkurrenz. Wer eine Matte für hohe Absprünge und verblocktes Absprunggelände sucht, wird an einer der ganz großen Matten wohl nicht vorbeikommen. Dennoch ist es eine sehr gute Erstmatte, vor allem für Boulderer mit limitiertem Kofferraumvolumen, und Aufgrund der durch das Reißverschlusssystem gegebenen Flexibilität auch eine ideale Ergänzung als Zweitmatte und evt. auch als Schlafunterlage. Die Matte ist gut verarbeitet und so wird man mit der Dominator auch lange seine Freude haben – sofern sich das Reißverschlusssystem bewährt. Und so werden wir den Dominator jetzt öfters mit im Gepäck haben – Hasta la vista Baby!

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