Bouldern am Blaueisgletscher

blaueis_beafheadBlaueis - ein Mythos der ganz besonderen Art. Klem Loskot war Ende der 90er mit ein paar Leuten dort, schuf Boulder mit vielsagenden Namen wie „Onanator“, „Leticia die Rosettenkönigin“ und „Der Besorger“ und veröffentlichte ein Topo sowie einige Actionbilder. Seither ist das Bouldergebiet unter dem Blaueisgletscher in aller Boulderermunde. Im Juli 2010 waren wir im Zuge der Recherchen zu Alpen en bloc 2 mit Florian und Fotograf Frank Kretschmann zu einem ersten Kennenlernen des Gebietes vor Ort. Hier nun ein kleiner Vorgeschmack. Ein Topo mit Infosfindet ihr im Boulderführer Alpen en bloc 2. Die gesamte Fotoserie von Frank gibts in unserer Gallery.

 


 

  Zustieg

  Bouldern 

  Sektor Schädl

  Sektor Panzer

  Fazit

  Topos

  Unterkunft

 

Zustieg

blaueis_funky_buzzDie Blaueishütte liegt auf ca. 1700 m, das sind 800 m Aufstieg, da muss man mit Matten und Gepäck erst mal raufkommen. Die Gehzeit ist mit 2,5 Stunden angeschrieben, trotzdem schafft mans auch voll beladen durchaus unter der 2 Stunden Marke. In Ramsau/Hintersee parkt man am Parkplatz Seeklause und folgt der Beschilderung zur Blaueishütte. Rund zwei Drittel des Weges verlaufen auf einem breiten (zwischendurch aber ganz schön steilen) Forstweg, das letzte Drittel führt über einen engen Bergpfad in Serpentinen zur Hütte hoch.

In gut 1,5 Stunden schaffen wirs zur Blaueishütte, und da ist auch schon richtig viel los. Kein Wunder bei dem tollen Panorama. Aber hier ist noch nicht Endstation, nein, von hier aus sind es bis zu den oberen Sektoren dann nochmal gut 20 Minuten Gehzeit.

 

Bouldern

k640_blaueis_0045Geklettert wird am Blaueisgletscher oft im Überhang, dazwischen gibt’s auch die eine oder andere Platte und wer Highballs mag, wird hier seine helle Freude haben. Es gibt sowohl schöne einfache Linien als auch richtig anspruchsvolle Boulder bis 8b und natürlich jede Menge Erschließungspotential. Ein kleiner Minuspunkt ist der sehr scharfe, versinterte Kalk. Bereits nach der ersten Linie gabs Löcher in Händen und Hose. Auch ist das Absprunggelände öfters mal stark verblockt oder abschüssig. Deshalb gilt: Je mehr Matten man dabei hat, desto besser - der Highball „Wannsd hi bist, bist hi“ (wenn du tot bist, bist du tot) sagt alles.

Da sämtliche Boulder in einem riesigen Felssturz liegen, war es für uns teilweise etwas schwierig, die einzelnen Blöcke im Felsgewirr zu finden. Nachdem viele Probleme nur einmal geklettert wurden, sahen wir auch kaum Magnesium- bzw. Gummispuren, an denen wir uns hätten orientieren können. Trotzdem fanden wir mehr als genug Linien um uns zwei tolle Tage lang zu beschäftigen. Und es ist ja auch mal ganz schön sich seine Boulderlinien selbst zu suchen – Blöcke gibt's ja genug

 

Sektor Schädl

blaueis_preisschnppchenNicht mehr ganz taufrisch vom doch etwas anstrengenden Aufstieg zur Hütte kommen wir nach 20 Minuten Fußmarsch unter der mittlerweile böse stechenden Mittagssonne mit leicht wackeligen Knien im Sektor „Schädl“ an. Der besteht aus bis dato sechs Blöcken, die sich relativ leicht im Blockfeld ausmachen lassen, mit ca. 20 gekletterten Linien und relativ gutem Absprunggelände. Hier gibt es auch einige nette leichte Linien zum Aufwärmen und Akklimatisieren und ein kniffliges 7a Jump-Problem an welchem sich alle der Reihe nach versuchen. Frank knipst die ersten Bilder und findets sehr „hüüüübsch“. Der Nachmittag vergeht viel zu schnell, begleitet vom fernen Johlen der restlichen Kletterer, die sich pünktlich zum Fußball-WM-Drama Deutschland-Argentinien in die Hütte abgeseilt haben - der Boulder "Maradona's Tränen" erinnert an die denkwürdige Begegnung.

 

Sektor Panzer

blaueis_da_hund_is_scho_wieda_geilDer nächste Tag beginnt mit Waschküchenflair, deshalb machen wir uns zeitig auf den Weg. Heute wollen wir den Sektor Panzer antesten. Der befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite vom Schädl, ist wesentlich größer und etwas mehr verblockt. Es baucht seine Zeit, bis wir uns hier zurecht finden, aber dann entdecken wir auch hier schöne Linien in allen Schwierigkeitsgraden. Schade nur, dass es auch hier wiederum diese scharfen Versinterungen gibt. Aber zum Glück hält das Wetter. Frank macht im Blockfeld einen markanten Boulder aus und Flo, der sich vorher noch schnell in Sektor Love Sickness ausgetobt hat muss nochmal antreten und seine Blasenfüße in die engen Kletterschuhe stecken, bis das perfekte Bild geschossen ist. Ja ja, das Leben als Model ist nicht leicht. Und dann müssen wir auch schon wieder los. Der Weg nach unten mit Rucksack und Matte ist sehr sehr weit.

 

Fazit

Blaueis besticht durch sein geniales Panorama und auch bouldertechnisch ist hier für jede/n was dabei. Allerdings ist der Aufstieg zur Hütte mit Matte und zusätzlichem Gepäck etwas mühsam. Deshalb sollte man besser mehrere Tage einplanen, damit sich die Strapazen lohnen. Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf, nahe der Hütte gibt’s zahlreiche Möglichkeiten zum Sport- und Alpinklettern und auch die Gipfel sind von hier aus in einer guten Stunde erreichbar.

 

Topos

Das Fototopo zum Bouldern im Blaueis gibt’s im Boulderführer Alpen en bloc 2.

Das Original von Klem Loskot - allerdings ganz ohne Schwierigkeitsbewertungen - findet ihr hier.

 

Unterkunft

k640_blaueis_0014Die Blaueishütte hat Vierbettzimmer sowie Matratzenlager, die man sich wahlweise auch mit Halbpension buchen kann. An den Wochenenden wird’s hier pumpvoll, da am Blaueisgletscher Ausbildungskurse für Kletterer abgehalten werden. Deshalb besser schon im Voraus reservieren. Wild Campen ist am Blaueisgletscher nämlich strengstens verboten.

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