Cimaganda

cimaganda lolloDen schaurigen Wetterprognosen zum Trotz fuhren wir am Pfingstwochenende Richtung Comer See, genauer gesagt in einen kleinen Bergweiler mit Namen Cimaganda unterhalb des Splügenpasses. Und siehe da, der Wettergott war uns gnädig und bescherte uns drei wunderschöne Bouldertage.

 

 

 

 


 In knapp dreieinhalb Stunden schafften wir die Fahrt von Innsbruck durch das schöne Engadin bis Cimaganda und quartierten uns erst mal im Albergo Italo-Svizzero in San Giacomo-Filippo ein, einem sehr schön renovierten alten Gasthof mit toller italienischer Küche.

Schon auf der kurzen Fahrt nach Cimaganda entdeckten wir immer wieder riesige Felsblöcke am Fuße der übersteilten Hängen, die sehr einladend aussahen, wahrscheinlich aber erst erschlossen werden müssten.

Gleich am Ortsbeginn von Cimaganda fanden wir den kleinen Parkplatz, überquerten die nicht mehr ganz neue Hängebrücke und standen damit schon mitten im Bouldergebiet.

cimaganda_panoramaDie Gneis-Blöcke liegen hier auf einem schönen Wiesenboden zwischen knorrigen Kastanienbäumen, Farnen und den steinernen Ruinen eines ehemaligen Bergweilers. Man hat also größtenteils ideales Absprunggelände. Wir waren aber trotzdem froh, dass wir gleich drei Crashpads mitgebracht hatten, da die Blöcke teilweise doch ganz schön hoch waren. Gleich bei der ersten Begutachtung war uns klar, dass wir hier viel Spaß haben werden: Dächer mit Henkeln, dazwischen technische Leistenkletterei, Aufleger, komplizierte Ausstiege oder auch alles zusammen in einem einzigen Boulder vereint.

Verfolgt von zwei sehr anhänglichen Ziegen tobten wir uns im Sektor „Rossobianco“ aus, fanden mehrere tolle Probleme und kraxelten Linien gleich zwei oder dreimal, weil sie einfach Spaß machten. Und dank des relativ glatten Felsens hatten wir auch nach dem dritten Tag noch beinahe die gesamte Haut auf unseren Fingern.

cimaganda_lissigDa der nächste Tag genauso strahlend (und daher auch heiß) begann, machten wir leicht vermuskelkatert einen gemütlichen Abstecher an den Comer See und fuhren erst am Nachmittag nach Cimaganda (gegen 16:00 geht dort nämlich die Sonne unter), kletterten wieder einige Linien und kehrten am Abend erschöpft aber glücklich in unser Albergo zurück.

Für den dritten Tag war eigentlich ein Besuch im Magic Wood im Averstal geplant (knapp eine Stunde entfernt). Da wir uns aber einigermaßen gerädert fühlten, beschlossen wir, doch noch einen gemütlichen Tag in Cimaganda zu verbringen, was eine super Idee war, da wir zufällig zwei Bekannte trafen. Neu motiviert wurde bis zum Abend durchgebouldert und wir konnten sogar noch einige Projekte erfolgreich abschließen. Alles in allem ein wirklich tolles Boulderwochenende!

cimaganda_gaggioFazit: Cimaganda ist ein nettes kleines Gebiet für Boulderer, die sich in den unteren Schwierigkeitsgraden wohl fühlen. Wer lieber im oberen siebten Grad und darüber klettert, wird sich wahrscheinlich bald langweilen, wobei es auch hier die eine oder andere tolle Linie gibt. Und wer neben der Kletterei auch gerne einfach mal chillt und auf der Wiese herumflaggt, dem wird Cimaganda super gut gefallen. Außerdem gibt es mit dem Val Bondengo und San Cassiano noch zwei weitere interessante Bouldergebiete ganz in der Nähe und das Val di Mello ist auch in einer knappen Stunde zu erreichen. Für Vielseitige gibt’s im Valchiavenna jede Menge Klettergärten (teils spektakulär an Wasserfällen gelegen) und auch Wanderfreunde kommen hier auf ihre Rechnung. Und wer das Mediterrane liebt, der ist in einer guten halben Stunde am Comer See.

Unterkunft: Sehr empfehlenswert ist das Albergo Italo-Svizzero in S. Giacomo-Filippo auf halbem Weg von Chiavenna nach Cimaganda, das Zimmer mit Frühstück oder Halbpension sowie Appartements zu moderaten Preisen anbietet. Ansonsten findet man in Chiavenna Hotels und mehrere Pensionen mit Bed & Breakfast

Einen Camping gibt’s in Piuro, neben den Wasserfällen, 3 km von Chiavenna entfernt.

Topo: Topos zu den Sektoren „Bianco“, „Rosso“ und „Biancorosso“ sowie Infos zu Anfahrt, Parkmöglichkeit, bester Jahreszeit, usw. findet Ihr auf unserer Homepage oder im Führer Mello Boulder.

Weitere Bilder gibt's in unserer Gallery.

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