Joshua Tree - Bishop - USA, Kalifornien

biironmanUSA - Land der unbegrenzten (Boulder)Möglichkeiten! Und Kalifornien macht da keine Ausnahme! Wir haben uns im März Bishop und Joshua Tree angesehn, waren fasziniert von den weiten, bizarren Landschaften und den hohen Blöcken und haben hier einen kleinen Reisebericht mit den wichtigsten Infos zum Thema Bouldern in Bishop & Joshua Tree zusammengestellt...

Fotos gibts in der Gallery

 


 

Joshuatree

Bishop

 

Gebietsinfo Joshua Tree National Park

jtjoshuatreesDer Joshua Tree National Park (2.300km²) liegt im südlichsten Teil der Moave Wüste an der Grenze zur Süd-Kalifornischen Wüste. Mit Wüste ist hier allerdings keine Sandwüste, sondern eine karge z.T. felsige Landschaft mit spärlicher Vegetation gemeint. Die namensgebenden Joshua Trees, Yukkas, Kakteen und allerlei andere Wüstenpflanzen scheinen sich hier besonders wohl zu fühlen.

Der Joshua Tree National Park ist Garant für Klettern in einer einmaligen Kulisse! Das Ambiente hier ist einfach atemberaubend schön. Man fühlt sich ein bisschen wie bei Flintstones im Garten und käme ein Dino um die Ecke, würde man sich wahrscheinlich nicht mal wundern.

jtkaktusIm Norden und Osten des Parks erheben sich zwischen den lichten Joshua Tree Wäldern immer wieder bizarre Granitformationen, die zugleich Kletter- und Bouldergebiete sind. Hier befindet sich auch ein Großteil der schön angelegten Campingplätze.

 

Die einzelnen Boulderareas sind in Sektoren von unterschiedlicher Größe unterteilt (s. Karte). Sektoren, die mit Campingplätzen zusammenfallen (wie z.B. Hidden Valley) sind sehr beliebt und auch stark besucht. Je weiter man sich von solchen Sektoren entfernt, um so ruhiger wird es.

 

Bouldern

jtlissipinappleDie Kletterei selbst ist überwiegend recht technisch an runden Blöcken mit vielen Slopers und wenigen (offensichtlichen) Griffen und Tritten. Dafür bietet der scharfe Granit aber genug Reibung.Trotzdem gibt’s aber durchaus auch Blöcke mit Huecos, Rissen, Leisten und „wabenartigen“ Felsstrukturen. Die Boulder sind z.T. recht hoch und haben oft einen „bleauesquen“ Ausstieg. Wer sich einen Boulder hochkämpft, sollte sich also vorher schon überlegt haben, wie er da wieder runter kommt!!!

Leider frisst der Fels sehr viel Haut, und nach 2 Tagen war erst mal Schluß mit Klettern.

Eine Auflistung der bekanntesten Boulderprobleme mit kurzer Beschreibung findet ihr unter http://www.joshuatreeclimb.com/ClimbsGuest/bouldering.htm

Eine Übersicht zu den Sektoren finde ihr hier...

 

Boulderführer & Crashpads

jtkferDer Boulderführer A Complete Bouldering Guide to Joshua Tree National Park von Robert Miramontes  (2003) ist im Joshua Tree Outfitters erhältlich. Man kann ihn sich dort auch für 3$ pro Tag ausleihen. Auch Crashpads kann man hier für 15 $ für den ersten und 5 $ für jeden Folgetag relativ günstig mieten. Der Shop befindet sich nahe der Kreuzung  „29 Palms Highway“ (62) und dem „Park Boulevard“, der direkt in den Nationalparkt führt, gleich neben dem Crossroads Cafe.

 

 

Beste Jahreszeit und Bedingungen

Die besten Bedingungen findet man hier sicher vom Herbst bis in den Frühling (Okt-März). Wir waren im März dort und es war um die Mittagszeit meist warm, in der Früh und gegen Abend aber immer recht kühl. Und ist die Sonne erst mal hinterm Horizont verschwunden, heißt es die Daunenjacke auspacken. Etwas anstrengend war der Wind, der vor allem am Vormittag recht heftig und zumindest während unseres Aufenthalts täglich wehte.

 

Camping

jtcampingDie Campgrounds Black Rock Canyon und Indian Cove sind etwas teurer (15$/Nacht) und isoliert gelegen. Sie verfügen über eine komplette Infrastruktur (Dumpstation, Wasser, Duschen) und können im Voraus reserviert werden. Die restlichen Campgrounds funktionieren nach dem First-come-first-served-Prinzip und sind sehr einfach (basic) eingerichtet. Mehr als ein Plumpsklo ist nicht zu erwarten (auch keine Dumpstation!). Wasser, Lebensmittel und Feuerholz muss man selber mitbringen.

Die Campingplätze Hidden Valley und Ryan (ca. 10$/Nacht) liegen sehr schön in mitten der Granitformationen, also auch direkt im Bouldergebiet und sind dementsprechend stark besucht. Wer hier erst am WE einen Stellplatz sucht, wird sich schwer tun, da die Anzahl der Plätze recht begrenzt ist.

jtfeuerAllgemein verbreitet ist Campside Sharing – das heißt man fragt ob man sich zu jemandem dazustellen kann, der bereits einen Platz hat. Gegen „Cash“ versteht sich. Campgrounds in den USA kann man nämlich nicht mit europäischen vergleichen. Ein Stellplatz ist ca. 35 – 50m² groß und verfügt meist über 2 Feuerstellen. Autos dürfen nicht außerhalb der dafür vorgesehenen Plätze stehen, auch wenn reichlich Platz dazu wäre. Die Ranger kontrollieren abends und auch am Morgen. Sie sind freundlich aber bewaffnet : )

 

Infrastruktur

In Joshua Tree Town gibt es eine kleine Bäckerei, einen kleinen Tante Emma Laden sowie ein Caffe/Restaurant. Im nahe gelegenen Yuka Valley findet man mehrere große Supermärkte und alle üblichen Infrastrukturen einer Kleinstadt. Auch gibt es in den Ortschaften außerhalb des Parks zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Allerdings muss man dann eine tägliche Fahrt von ~15km in den Park hinein in Kauf nehmen.

 


 

Gebietsinfo Bishop

buttermilks anfahrtBishop liegt an der Ostseite der Sierra Nevada in einem breiten Tal, das sich in N-S Richtung vom Mono Lake bis in die Mojave Wüste erstreckt. Die Vegetation wirkt steppenhaft und nur entlang von Wasserläufen findet man auch Bäume.

In der Gegend um Bishop gibt es mehrere Boulderspots. Die bekanntesten sind wohl Buttermilk mit den oft fotografierten „Graniteiern“ sowie die Happy & Sad Boulders mit Blöcken aus vulkanischem Gestein. Buttermilk liegt am Fuße der Sierra Nevada und ist von einem ziemlich coolen Panorama aus schneebedeckten Granitgipfeln und gelben Weiden umgeben. Die Happy & Sad Boulders liegen dagegen in Tälern des Volcanic Tableland, wohl ehemaligen Wasserläufen, die sich in das vulkanische Plateau eingeschnitten haben und bieten daher ein etwas weniger spektakuläres Panorama.

Wichtig für Leute mit einem Camper: Die Zufahrt zu beiden Sektoren erfolgt über breite Feldwege, die aber zeitweise viele Querrillen aufweisen (angeblich wird die Piste gelegentlich wieder geglättet). Mit dem Camper konnten wir die Strecke teilweise nur noch im Schritttempo bewältigen - ich hatte ernsthafte Bedenken, dass mir die Seitenspiegel abbrechen könnten.

 

Bouldern

buttermilkshochgruenÄhnlich wie in Joshua Tree ist die Kletterei auch in Buttermilk recht technisch, und für alle, die Reibungsplatten lieben, sind die Ausstiege sicher kein Problem. Und auch hier gilt: zuerst mal den Abstieg checken, bevor man einen Boulder versucht. Dass der Fels im Vergleich zu jenem in Joshua Tree nicht ganz so rau ist, ist sicher kein Nachteil. Gut zu beobachten war, dass die Granitblöcke/eier an der Südseite meist rundlich waren mit technischer Kletterei auf „Platten“ und langgezogenen Ausstiegen, während auf der Nordseite überhängende Wände mit Huecos, Leisten, Schuppen und wabenartigen Strukturen dominieren. Nordseitig kann der Fels ab und an auch richtig glatt sein.

Ganz anders präsentieren sich die Happy Boulders. Hier kann man sich auf eine sehr abwechslungsreiche Kletterei an Blöcken verschiedenster Größe freuen. Egal ob man auf Platten oder steile Überhänge, Aufleger, Leisten, Huecos, Löcher, Risse oder Henkel steht, hier gibts alles. Happy Boulders eben!!

buttermilkslissiFür uns etwas ungewohnt war der Hang der Kalifornier zum „gemeinsam“ Klettern. Nur weil man an einem Block bzw. an einer Linie sitzt, heißt das noch lange nicht, dass man diese in „Ruhe“ probieren kann. Man sollte sich nicht wundern wenn jemand sein Crashpad dazu wirft und einfach mit bouldert. So kann es schon mal passieren, dass man sich eine Linie plötzlich mit 20(!) Leuten teilt, auch wenn ringsum alle Blöcke frei sind. Dafür wird man dann auch kräftig angefeuert und in Anbetracht der beachtlichen Höhe der Blöcke sind ein paar zusätzliche Matten und Spotter dann doch ganz angenehm. 

Vor allem an den Wochenenden kanns in den Hauptsektoren der Buttermilks schon recht voll werden. Wer es gern ruhiger hat, kann in die umliegenden kleineren Gebiete ausweichen. Besonders der Sektor "Druid Stones" ist allemal einen Besuch (und den doch längeren Zustieg von 20-45 min) wert - wie im Führer schon steht: "...one of Bishop's finest little areas". 

 

Boulderführer und Crashpads

buttermilksasionBouldermatten kann man in Wilsons Eastside Sports mitten in Bishop problemlos ausleihen (10$/Tag).

Das Geschäft ist auch sonst sehr gut ausgestattet (Crashpads, Kletterschuhe, Climbing gear,...) und die Belegschaft ist sehr freundlich und hilft mit Tips und Informationen. Großer Parkplatz hinter dem Geschäft.

Laut dem Geschäftsführer soll noch im Frühsommer 2010 der neue Boulderführer zu Bishop erscheinen (der alte ist vergriffen).

 

Beste Jahreszeit und Bedingungen

Die beste Zeit ist sicher auch hier Herbst bis Frühling. Aber nachdem Bishop schon relativ hoch liegt, kanns im Winter (besonders nachts) richtig kalt werden. Nicht umsonst lag im März überall noch Schnee auf den Bergen. Um die Mittagszeit war die Sonne schon recht warm. Klettern im T-Shirt war kein Problem. Allerdings gilt auch hier: schon bald nach Sonnenuntergang wird es richtig unangenehm.

 

Anfahrt zu den Sektoren

Buttermilk: von Bishop über die W. Line Street Richtung SW. Die Straße zieht recht steil bergauf. Nach 7.7 Meilen geht rechts ein breiter Feldweg ins Nirgendwo. Leider hat ein Witzbold das Straßenschild „Buttermilk“ mitgehen lassen. Dem Feldweg folgt man dann nochmal ca. 10 min. Wenn rechts ein kleiner Parkplatz erscheint und die Straße ziemlich übel wird, sind es noch knapp 300m bis das Gelände wieder flach wird und man die „eigentlichen“ Parkplätze erreicht.

happyboulderlandschaftHappy & Sad Boulders: Von Bishop über die 395 Richtung Norden (Mammoth), Nach 6.5 Meilen geht rechts (nach einem Schießstand-Gelände) die Pleasant Valley Dam Road ab. Nach ca. 1 Meile erscheint rechts der P.V. Pit Campground. An dessem Ende überquert man den Fluss und nimmt den Feldweg, der nach rechts abbiegt. Dann immer der Straße nach bis zu den Parkplätzen (gut zu erkennen an einem Dixiklo). Dann einem gut ausgetretenen Pfad den Hang hinauf folgen. Hier noch eine Anfahrtsskizze von uns, wer will kann sich auch eine bei Wilsons Eastside Sports besorgen.

 

Camping

bishopcowgirlIn Bishop gibt es mehrere Möglichkeiten zum Campen. Zum einen den gut ausgestatteten Camping „Brown‘s Campground“ an der Südeinfahrt zu Bishop. Dusche, WC und eine Dumpstation, die auch von nicht dort stehenden Campern gegen Entgelt verwendet werden darf. In der Nähe der Happy Boulders, kurz bevor der Feldweg von der Haupstraße abbiegt, liegt der recht einfache „unpowered“ „Pleasant Valley Campground“ mit Toilette und Wasser. Etwas oberhalb gibts noch den „P.V. Pit Campground“ ohne Wasser – für Hartgesottene. Der „Millpond Campground“ ist Teil einer Freizeitanlage mit Teich und Baseball/Footballplatz. Auch hier haben sie Duschen, WCs,  Feuerstellen und eine Dumpstation. Vielfach bleiben die Leute auch einfach an den Parkplätzen bei Buttermilk stehen (obwohl verboten) und übernachten dort. Allerdings gibt es dort kein Wasser und so gut wie keine Deckung (mit Ausnahme der Boulderblöcke!?!?) für die Morgentoilette.

Millpond Campground: gut ausgestatteter Campground (WC/Dusche/Strom/Feuerstelle) einige Meilen nördlich von Bishop. 20$ pro Nacht (25$ für Hook ups). Geöffnet von 1. März bis 1. Dezember

P.V. Pit Campground: Campground ohne Ausstattung; 2$ pro Auto pro Nacht

Pleasant Valley Campground: Wasser und Toiletten; 10$ pro Nacht; das ganze Jahr geöffnet

Brown's Town Campground: voll ausgestatteter Campground (WC/Dusche/Dumpstation/Strom/Feuerstelle) ca. 1 Meile südlich von Bishop in der Nähe des Golfclubs. 20$ pro Nacht bzw. 25$ für Hook ups. Geöffnet von März bis 31. Oktober.

 

Infrastruktur und Einkaufen

Bishop ist der Hauptort der östlichen Sierra Nevada und verfügt deshalb auch über alle wichtigen Einrichtungen wie Motels, Banken, Supermärkte (recht teuer), Kino, Cafes, Restaurants, Fast Food und sogar ein Japanisches Restaurant. Bishop ist ganz und gar auf den Berg-, Kletter- und Fischersport ausgerichtet und so verwundert es nicht, dass man hier etliche Sportgeschäfte findet.

Internet gibt’s im Loony Beans Cafe, wenn auch recht umständlich, instabil, mit ewigen Ladezeiten und recht teuer oder in der städtischen Bibliothek. Es empfiehlt sich, den eigenen Laptop mitzubringen, da viele Campingplätze, Motels und Cafes Wireless anbieten, Computer mit Internetzugang sind selten zu finden – Internetcafes nur in den größeren Städten. Auch Motels gibt es zur genüge.


 

Anreise

usaanreiseFlug nach Los Angeles, San Francisco oder Las Vegas. Trotz der späten Buchung (1 Monat vorher) ergatterten wir noch einen recht günstigen Flug nach Los Angeles um 550€, allerdings mit Umsteigen. Wer früh genug bucht, kann sicher einen günstigen Direktflug buchen und sich so bis zu 5h Reisezeit sparen!

Achtung: Ihr solltet euch genau über die Gepäckbestimmungen eurer Airline informieren. Die meisten Fluglinien akzeptieren seit November 2009 auf Flügen in die USA nur mehr 1(!!) Gepäckstück pro Person und für dieses gelten genaue Größenbestimmungen. Hat man mehr als ein Gepäckstück pro Person (also Gepäck + Matte) oder fallen die Matten unter Sportgepäck bzw. haben Übergröße, dann muss man mit gesalzenen Aufpreisen rechnen, was sich kaum rentiert, da man vor Ort relativ günstig Crashpads leihen kann (siehe oben). British Airways hat unsere kleine „PAD“ zum Glück anstandslos im normalen Gepäck mitgenommen und so mussten wir uns vor Ort nur noch ein Crashpad dazuleihen. Das restliche Gepäck haben wir in einen großen Reisetrolli gestopft (23 kg Gepäck pro Person sind ja erlaubt) und blieben so innerhalb der gesetzlichen Gepäckbestimmungen.

 

Mietwagen

usacamper2Nachdem wir auf die Schnelle keinen geeigneten VW Bus finden konnten, haben wir uns für einen voll ausgestatteten Camper von Cruise America entschieden, dem bis jetzt einzige Anbieter mit relativ kleinen Campern (19 feet, - entspricht so ungefähr den gängigen Modellen bei uns in Europa) die auch noch auf (halbwegs ebenen) Schotterpisten einigermaßen fahrtauglich sind.  Die Camper-Mieten in Kalifornien sind nicht ganz billig. Zum relativ günstigen Grundpreis kommen noch gefahrene Meilen, Einwegsmieten, Versicherungen, Pauschalen für Ausstattung, Chemikalien, usw. Alles in allem kamen wir in 3 Wochen mit rund 2300 gefahrenen Meilen auf ca. 1700$. Dazu kommt noch ein beachtlicher Betrag für Benzinkosten, denn der Treibstoffverbrauch ist enorm!! Viel günstiger und auch für Schotterpisten gut geeignet sind die Campervans von Escape.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: unbedingt einen eigenen warmen Schlafsack für die kalten Nächte in Bishop und Joshua Tree mitbringen. Die Decken im Camper reichen auf keinen Fall!!!

 

National Parks

usacamper1Die Eintritte in die National Parks kosten zwischen 10$ und 25$, gültig für eine Woche. Wer viel durch die Parks reist, sollte sich die Saisonskarte für 85$ kaufen (nur für National Parks gültig, nicht für National Forests!!!!). Diese ist (meistens) an den Einfahrten zur den National Parks erhältlich.

 
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